Aufgaben und Tätigkeiten des/der Heilerziehungspflegers/in

Heilerziehungspfleger/innen sind sozialpädagogisch und pflegerisch ausgebildete Fachkräfte, die sich für die Assistenz, Beratung, Begleitung, Pflege und Bildung von Menschen mit einer Behinderung im ambulanten und stationären Bereich einsetzen. Sie arbeiten in Kooperation mit anderen Berufsgruppen und Fachdiensten und entscheiden gemeinsam über Ziele, Inhalte und Formen ihres Handelns aufgrund erworbener Kenntnisse moderner Theorien und Methoden der Behindertenhilfe sowie ihrer Anwendung. Eine ganzheitliche, auf die individuellen Bedürfnisse des behinderten Menschen abgestimmte Hilfe steht im Mittelpunkt der täglichen Arbeit. Heilerziehungspfleger/innen sind Bezugsperson und Partner der Menschen mit Behinderungen. Besonders wichtig ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Menschenbild als Grundvoraussetzung des Berufes. Je nach Art und Ausprägung der Behinderung verändert sich der Aufgabenschwerpunkt des/der Heilerziehungspflegers/in. Dies setzt voraus, dass er/sie gelernt hat, Behinderungen, ihre Ursachen und Auswirkungen richtig einzuschätzen, vorhandene Fähigkeiten und Kräfte des Menschen zu erkennen und zu aktivieren und notwendige unterstützende Hilfe zu geben.

Assistenz

Der Begriff der Assistenz oder Unterstützung bezieht sich auf das im Grundgesetz garantierte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Die Aufgabe des/der Heilerziehungspflegers/in besteht darin, die Fähigkeiten des behinderten Menschen zu erkennen und Möglichkeiten zu schaffen, damit sich dieser mit all seinen Fähigkeiten entfalten kann. Nur so kann Isolation verhindert, gemildert und überwunden werden, um ein hohes Maß an Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und sozialer Integration zu ermöglichen. Eine Unterstützung muss geprägt sein von Zurückhaltung bei oftmals gleichzeitigem Schutz vor Überforderung.

Beratung

Beratung beinhaltet partnerschaftlichen Rat in allen lebenspraktischen Fragen und in Rechtsfragen aber auch und bei sensiblen zwischenmenschlichen Fragen. Die Grundlage einer Beratung sind die normalen und verbrieften Rechte eines Mitbürgers mit Behinderung.

Begleitung

Lebensbegleitung versteht sich als die Aufgabe, dem Menschen alle Hilfe anzubieten, damit er sich der Welt zuwendet, sie entdeckt, sich erschließt und aneignet, sonst bleibt sie ihm verschlossen. Dazu gehört die Wahrnehmung der dinglichen Welt genauso wie ein Bezug zu sich selbst, seinem Körper und seinen Mitmenschen. Lebensbegleitung heißt nicht Bevormundung, sondern Ergänzung dort, wo sonst eine Benachteiligung durch mangelhafte Welterfassung und Weltbewältigung zu erwarten wäre. Lebensbegleitung muss sehr sensibel geschehen, sie verlangt Teilhabe am Leben und Erleben eines Menschen. Dies bedeutet, sich auf ihn einzustellen. Begleitung geht über die reine Bedürfnisbefriedigung hinaus.

Bildung

Jeder Mensch ist einem lebenslangen Bildungsprozess unterworfen. Bildung trägt dazu bei die Autonomie und Emanzipation von Menschen mit Behinderungen zu vergrößern. Sie beinhaltet auch Erziehung und Förderung. Bildung setzt an den vorhandenen Kompetenzen des Menschen an und versucht, diese zu differenzieren und zu bereichern. Dazu gehört eine gute Beobachtungsgabe, worin die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Vorlieben des Einzelnen bestehen, um ihn hier durch Bildungsangebote zu bereichern. Ferner gehört hierzu ein methodisch reflektiertes Handeln des/der Heilerziehungspflegers/in. Voraussetzung eines Bildungsprozesses ist in erster Linie das gegenseitige Vertrauen und das Erleben einer positiven Sozialbeziehung.

Pflege

Pflege umfasst eine ganzheitliche Gesundheitspflege und reduziert sich nicht auf die Versorgung und Behandlung "Kranker". Pflege hat also das Wohl des ganzen Menschen mit seinem körperlichen und seelischen Befinden (sowie sein Leben als soziales Wesen) im Blick. Ganzheitliche Pflege bemüht sich um die Erhöhung der Lebensqualität, damit der Mensch das größtmögliche Wohlbefinden erlebt. Dies umfasst alle Bereiche menschlichen Lebens, wie Schlafen, Körperpflege, Nahrung, Kleidung, Bewegung, Wohnumfeld sowie die Förderung sozialer Beziehungen.

Quelle:http://www.hep-bundesverband.de/beruf/beruf.html 

Powered by 20six / MyBlog
Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung